
Lichtstärke für mFT – Das Voigtländer Nokton 25mm f/0.95 ©2010 by peterlueck.com
Jeder, der schon einmal ein Leica Noctilux an einer Leica M probiert hat, wird zweierlei zu schätzen wissen: Erstens die vergleichsweise kompakte Größe dieser Kombination und zweitens deren aussergewöhnliche Möglichkeiten der Bildgestaltung. Mit dem neuen Voigtländer Nokton 25mm f/0.95 MFT ist nun eine Normalbrennweite im Jackentaschenformat auch für mFT zu haben, die sowohl beim Spiel mit selektiver Schärfe als auch unter ungünstigen Lichtbedingungen ihre Trümpfe ausspielen kann.

Eine solche Kombination hat ihren Preis, nicht nur bei Leica. Auch z.B. bei Canon muss man eine größere Menge Geld für ein EF 50/1.2 oder gar ein EF 50/1.0 in die Hand nehmen. Die japanische Objektivmanufaktur Cosina hat unter dem Label “Voigtländer” den Anhängern von Micro Four Thirds diesbezüglich aber eher ein “Geschenk” gemacht und stellt diese optische Meisterleistung mit gleichem Bildwinkel und gleicher Lichtstärke für einen Bruchteil des Preises des o.g. Leica-Objektivs zur Verfügung. Mehr noch, denn mit einer Naheinstellgrenze von nur 15 Zentimetern und einer sensorbedingten Erweiterung der Tiefenschärfe werden Bilder im Nahbereich möglich, die so, zumindest mit dem Noctilux, kaum umsetztbar sind. Andersherum benötigt mFT eben wegen des Formatfaktors 2 bei mittleren Motivabständen vor allem eines, um den Schärfeverlauf mit in die Bildgestaltung einfließen zu lassen: Lichtstärke! Zahlreiche manuelle Adapterlösungen mit hochlichtstarken Festbrennweiten von Olympus OM, Leica/Voigtländer M und Canon FD machten dies bislang möglich. Nun gibt es eine weitere Gelegenheit bei mFT, ganz ohne Adapter.

Das Voigtländer Nokton 25mm f/0.95 MFT entspricht in Größe und Gewicht in etwa dem Leica SUMMICRON-M 1:2.0/75 ASPH und ist ebenso manuell zu bedienen. Blende und Fokus lassen sich Cosina-typisch präzise und leicht einstellen, die Verarbeitung ist auf höchstem Niveau.

Die Entfernungsskala des Objektivs ist zu zwei Drittel dem Nahbereich bis 1 Meter vorbehalten. Der Abstand der Einstellwerte auf dem Objektiv von 1 bis 2 Meter beträgt lediglich 1 Zentimeter. Der Abstand der Markierungen für 2 Meter und unendlich ist ebenso groß.
Das Nokton ist für seinen Anwendungszweck bereits bei offener Blende ausreichend scharf und bietet abgeblendet eine hervorragende Schärfe. Ein gewisses Maß an Vignettierung und auch an Purple Fringing ist bei Blende 0.95 auszumachen, fällt aber deutlich geringer aus als man es erwarten würde. Erste Schnappschüsse lassen auf ein ansprechendes Bokeh schliessen. Bei Aufnahmen mit selektiver Schärfe erzeugen 10 Lammellen eine beinahe kreisrunde Irisblende, die zu einer wohltuenden Wiedergabe der Unschärfebereiche beiträgt. Ich werde das Objektiv in den nächsten Tagen weiter mit der Olympus PEN E-PL1 ausprobieren und sobald sich Zeit findet an dieser Stelle ein kleines Review und natürlich mehr Bilder nachreichen.
First Full size samples, Voigtländer Nokton 0.95/25 mFT
unerarbeitete Kamera-Jpgs (Anklicken für das Original)
Tags: Available Light, E-PL1, f/0.95, images, Lichtriese, mFT, Micro Four Thirds, Olympus PEN, Review, samples, Test, Voigtländer Nokton 0.95 25mm






























ja peter, das bokeh gefällt mir auch. allerdings stellt sich für mich immer die frage der fokussierung ohne viewfinder. wäre nicht ein NOKTON 0.95 mit Autofokus der wahre knaller ? dann wär ich auf der stelle dabei. solange bleib ich wohl beim 20mm 1.7 meines geliebten pancakes an der PEN (siehe flickr link)
In der Tat, Franz. Aber weiterhin mit Anschlag auf unendlich und direkter Fokussierung. Am besten noch als Pancake mit kurzer hervorschiebbarer Gegenlichtblende aus Metall, nach Leica-Vorbild. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. PS: Schöne B/W-Portraits da bei Dir!
… dies habe ich ebend im Netz gefunden.
Panasonic GH1 mit dem Nokton
http://www.mikekobal.com/blog/?p=869
Wow! Eine erstaunlich gute Bildqualität, v.a. auch bei Offenblende! Haben wollen! Entspricht dann wohl einem 50/1,8 am Vollformat. Ich finde, es “adelt” den MFT-Anschluss. Lassen sich Blende 0,95 noch per Sucher gut fokussieren oder nutzt man lieber die Lupe?
Hi Gerald, geht beides ganz gut. Den el. Viewfinder nutze ich meist bei starken Sonnenlicht aber vor allem als Klappsucher für tiefe Perspektiven wie beim nächtlichen Fahradschnappie oben. Übrigens mit AF nicht so leicht zu fotografieren! Hier ist manuell eindeutig schneller! Sobald normale Entfernungen vorliegen ist das Voigtländer 0.95 recht großzügig, was das Scharfstellen anbelangt. Der Abstand der Einstellwerte auf dem Objektiv ist von 1 bis 2 Meter beträgt etwa 1cm. Der Abstand der Markierungen für 2 Meter und unendlich ist ebenso groß. Das heisst, ab ca. zwei Meter ist es schon relativ sicher scharf, abgeblendet sowieso. Man spart sich manuell einfach das Hin- und Herfahren des Kontrast-AF bei miesem Licht. Mit Lupe ist es vor allem im Nahbereich eine feine, sehr schnelle Angelegenheit. Man kann z.B. die Wimpern einzeln “abfahren” bei einem Kopfportrait und Blende 0.95. Dementsprechend anspruchsvoll sind solche Aufnahmen dann auch.
PS: Die Tiefenwirkung würde ich auch etwa bei f/2.0 verglichen mit KB sehen. Die Lichtstärke aber bleibt und somit auch die Möglichkeiten, die ISOs unten zu halten.
Hallo Peter, habe Deine Seite eben entdeckt und bin begeistert – tolle Inhalte, die Du da postest! Werde dein RSS sofort abonnieren, und mich in den nächsten Tagen durch Deine Artikel wühlen
Beste Grüße,
Felix
bin sehr beeindruckt von dem nokton 25/0.95. bin gerade am überlegen ob ich eine epl-2 kaufen soll…. mit diesem objektiv ? ? ?
Hallo Peter,
deine Bilder mit dem Nokton haben mich derart inspiriert, dass ich mir die E-PL1 mit 14-42er Kit Objektiv zugelegt und das Nokton bestellt habe. Was für Grundeinstellungen hast du bei der PEN vorgenommen ? Grade was das Rauschverhalten bei Available Light betrifft bin ich noch nicht so glücklich.
Beste Grüsse
Christian
Prima Chistian, eine Antwort findest Du schon weiter oben in den Kommentaren zu diesem Beitrag. Du solltest keine (Rausch)Wunder bei wenig Licht erwarten, der Sensor ist ja um einiges kleiner als bei Kleinbild. Bis ISO800 aber doch ganz passabel für die kompakte Bauform. Lichtstarke Objektive wie das Nokton helfen in diesem Fall. Viel Erfolg!