Olympus XZ-1 · Kleine für alles


Olympus XZ-1 – Passt trotz Zoom und Lichtstärke noch locker in die Sakkotasche.

Spät, aber von Herzen wünsche ich allen Lesern ein frohes und gesundes neues Jahr! Auch im zweiten Jahr dieses Blogs sollen hier vor allem kompakte und durchdachte Kamera-Lösungen thematisch im Vordergrund stehen. Den Anfang für 2011 macht eine kleine, leichte Kompaktkamera, die ich im Rahmen eines Fotojobs Anfang Dezember für einige Tage in den Händen hielt. Zwar habe ich damit reichlich Fotos gemacht, aus rechtlichen Gründen muss es diesmal jedoch ohne die sonst üblichen Beispielbilder gehen.

Das neue Flaggschiff der Olympus-Kompaktkameras trägt die etwas holprige Bezeichnung XZ-1 und besitzt einen 1/1,63” CCD mit 10 Megapixel Auflösung. Die Kamera kommt wie ein gelungener Mix aus den kompakten Kolleginnen Canon S95 und Panasonic LX5 daher. – Klein, lichtstark, leise, ausgezeichnet ausgestattet und simpel zu bedienen. Dabei legt Olympus aber nicht nur, was die Lichtstärke des Objektivs angeht, noch eine Schippe drauf. Denn 1:1.8 auf 1:2.5 sind eine beachtliche Offenblendleistung für das zusammengefahren äußerst flache Zoom aus der Tatsuno-Objektivschmiede. Und gerade bei knappem Licht erfreut man sich so selbst im Telebereich noch recht niedriger ISO-Werte, die Kameras mit dieser Sensorgröße im Allgemeinen besser zu Gesicht stehen. Der Brennweitenumfang reicht von 28 bis 112 Millimeter entsprechend Kleinbild und ist damit etwas größer (4-fach) als der der Lumix mit 24 bis 90 Millimeter (3,75-fach). Ebenso wie die Lumix, aber anders als die Canon S95, bietet die Olympus XZ-1 die Möglichkeit, einen Blitz oder Funkauslöser aufzustecken sowie einen elektronischen Viewfinder aus dem Zubehörprogramm des Herstellers zu verwenden.

Die Bedienung der Kamera ist gewohnt einfach, alles ist an seinem Platz, die Menüs aufgeräumt. Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig, nach Bedarf auch mit Hilfslicht, und auch rein manuelle Belichtungen von 1/2.000 bis 60 Sekunden (sowie Bulb) sind möglich. Dabei wären allerdings trotz des einschwenkbaren Graufilters (ND 0,9) noch kürzere Belichtungszeiten aufgrund der hohen Lichtstärke wünschenswert. Selbst bei kühlem Winterwetter sorgte der automatische Weißabgleich und die gute Jpg-Engine des TruePic V-Prozessors für wohltuende Farben und Kontraste. Beides ist für schwierige Aufnahmebedingungen leicht manuell zu konfigurieren, ein RAW-Format für den späteren Feinschliff steht aber auch zur Verfügung. Neben dem TTL-fähigen Zubehörschuh findet sich auf der Oberseite der Kamera ein ausklappbarer Blitz. Dieser kann Systemblitze wie den Olympus FL36R und FL50R drahtlos steuern sowie bei Gegenlichtaufnahmen ausgezeichnet als Aufheller eingesetzt werden.

Besonders hat mir das 3″ OLED-Display gefallen. Es lässt sich auch in heller Umgebung vergleichsweise gut ablesen und liegt mit 610.000 Bildpunkten über der Auflösung der TFT’s der Mitbewerber. Als Aufnahmeformate bietet die Kamera Seitenverhältnisse von 4:3, 3:2, 16:9 und 6:6 an. Der Steuerring um das Objektiv lässt sich über das Menü mit einigen Funktionen belegen. Praktisch erschien es mir, die Belichtungskorrektur der Kamera damit zu regulieren, was in den unterschiedlichsten Lichtsituationen schnell zum gewünschten Ergebnis führte. Auch aufs Filmen versteht sich die kompakte Flunder. Bis zu einer Länge von 15 Minuten lassen sich Aufnahmen in HD-Qualität (1280×720 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Dabei kann man alle sechs “Art”-Filter (Pop Art, Weichzeichner, Körniger Film, Lochkamera, Diorama und Dramatic Tone), die ähnlich auch in der PEN zu finden sind, ebenfalls nutzen. Die Kamera wird in Deutschland ab Anfang Februar für rund 480 € zu haben sein.

Ansichten der Olympus XZ-1, ©2011 by peterlueck.com
Olympus XZ-1 Olympus XZ-1
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10 Antworten zu “Olympus XZ-1 · Kleine für alles”

  1. Hacky sagt:

    Danke, sehr informativ. Hätte mich auch gewundert, wenn Du nicht als einer der ersten dieses interessente Stück in die Hände bekommen hättest ;-)

    Du erwähnst die Möglichkeit, Funkauslöser für externe Blitze aufzustecken. Zumindest aus Erfahrungen mit der LX-3 behinderte dort allerdings das nicht allzu stark abblendbare Objektiv (wenn ich mich recht erinnere bis f8.0) in Kombination mit der dadurch erzwungenen Synchron-Zeit derartige Einsatzszenarien recht erheblich. Bis zu welcher Blende lässt sich denn die XZ-1 abblenden?

  2. Peter sagt:

    Hallo Helge, ja kleinste Blende ist f/8.
    Allerdings hat die Olympus für solche Zwecke der Lumix einen einschwenkbaren Graufilter von – 3EV voraus. Noch kleinere Blendenwerte würden aufgrund der Beugung wohl auch kaum Sinn machen.

  3. hansdampf sagt:

    Hallo Peter,

    danke über für die Informationen über die XYZ-1

    viel wichtiger ist aber, was macht die M9…

    der Blog fehlt… leider…

    Gruß Marc Jürgen

  4. Peter sagt:

    Hi Marc, vielen Dank für Dein Interesse. Blogbeiträge zur M9 gibt es reichlich. – Seit Ende 2009. Da käme ich wohl etwas spät. Zu den Objektiven werde ich aber bestimmt mal was machen. Mein Wunschobjektiv zur Neun ist leider noch nicht da (Lieferzeiten). Ein paar erste Versuche mit älteren Objektiven findest Du hier: Leica M9 · First try

  5. Uwe sagt:

    Hallo,
    interessanter Ersteindruck. Beim Vergleich mit der LX3/LX5 ist mir aufgefallen, dass die maximale horizontale Auflösung der Panasonics grösser ist:
    XZ-1 (16:9) 3648 x 2056 , LX3 3968×2232
    XZ-1 (3:2) 3648 x 2432 , LX3 3776×2520
    beide (4:3) 3648 x 2736
    Die Pixelzahl des Gesamtchips ist also vermutlich bei der LX3/LX5 3968×2736 (10.8MP), bei der XZ-1 3648×2736 (10MP).
    Da der Chip beider Kameras exakt dieselbe Grösse hat, müssten die einzelnen Pixel bei der XZ-1 eigentlich 8% grösser sein = mehr Photonen fangen = lichtempfindlicher – oder ist es mittlerweile amtlich, dass beide denselben Chip benutzen ?

    Beste Grüsse
    Uwe

  6. ocha sagt:

    Hi Peter, love your site, photographs and reports.

    I couldn’t help but ask is this your daughter on the current XZ-1 promotion video?!

    @2:34 into the video.

    http://www.youtube.com/watch?v=aDSMYXGzPFU&feature=player_embedded#!

  7. Peter sagt:

    Yes, as our pumpkin, but only briefly. ;)

  8. ocha sagt:

    Haha awesome.

    Your photos are inspiration for me to take better photos :)

  9. Erik sagt:

    Lieber Peter,

    besteht nicht eventuell die Möglichkeit, die Vorstellung nachträglich mit ein paar deiner tollen Fotos zu belegen?

    Ich denke, ich wär nicht der einzige, der sich darüber freuen würde…;-)

    Ein toller Blog!

    Grüße, Erik

  10. Peter sagt:

    Erik, aus Zeitgründen derzeit eher nicht. Habe die Kamera auch nicht mehr hier. Sollte ich eine in die Finger bekommen, ballere ich damit ein bisschen rum und füge die Bilder dem Bericht hinzu.