Fujifilm X-Pro1 mit Wechselobjektiven


Hightech im Messsucherlook – Die Fujifilm X-Pro1

Fujifilm hat heute seine im Herbst letzten Jahres angekündigte Systemkamera mit Wechselobjektiven vorgestellt. In der X-Pro1 feiert ein neu entwickelter APS-C “X-Trans Sensor” auf CMOS-Basis Premiere, der 16,3 Megapixel Auflösung liefern soll. Laut Fujifilm sorgt ein neu entworfenes und der Körnigkeit bei analogen Filmen ähnliches Farbfiltermuster dafür, dass ein Tiefpassfilter überflüssig ist. Tiefpassfilter reduzieren vor allem Moirés an feinen Strukturen oder die Darstellung von falschen Farben, bisher leider aber auch die Detailauflösung herkömmlicher Kameras mit CMOS-Sensoren. Schlüssel der Kompaktheit des Kamerabodys im Verhältnis zur Sensorgröße (365 mm²) ist das Auflagenmaß des X-Bajonetts. Es beträgt schlanke 17,7 mm und soll – ähnlich wie bei Leica M – die Effizienz des einfallenden Lichtes erhöhen, das durch das Objektiv eingefangen wird. Die Kamera verfügt – wie bereits die kleine Schwester X100 – über einen Multi-Hybrid-Sucher, der die Vorzüge von optischem und elektronischem Sucher kombiniert. Der Benutzer kann wahlweise ein optisches Sucherbild betrachten oder den elektronischen Sucher mit 1,44 Millionen Bildpunkten und 100% Abdeckung verwenden. Ein Blitz ist in die X-Pro1 nicht eingebaut. Optional können jedoch Blitzgeräte wie der EF-X18 (Leitzahl: 18), EF-20 (Leitzahl: 20) und EF-42 (Leitzahl: 42) im Zubehörschuh verwendet werden. Der Kamerabody ohne Objektiv wiegt rund 450 Gramm und misst 139 x 82 x 42 Millimeter. Damit ist die X-Pro1 etwa so groß wie die Leica M9, die im Gegensatz dazu allerdings über einen Kleinbildsensor verfügt.

Zur Einführung der Fujifilm X-Pro1 werden zunächst drei relativ lichtstarke FUJINON XF Wechselobjektive mit Autofokus angeboten: Das Weitwinkel-Objektiv „XF18mm F2.0 R“ (27 mm, equiv. KB), das Standard-Objektiv „XF35mm F1.4 R“ (53 mm, equiv. KB) und das Tele-Makro-Objektiv „XF60mm F2.4 R Macro“ (91 mm, equiv. KB). Neun weitere Objektive sind geplant. Darunter ein 14mm-Weitwinkel (21 mm, equiv. KB) sowie Zoom- und Teleobjektive. Offizielle Preise gab Fujifilm für Deutschland noch nicht bekannt. Im Gespräch sind derzeit ca. 1.700 Euro für das Gehäuse und um die 600 Euro je Festbrennweite. Die Kamera und die ersten drei genannten Objektive sollen bereits Ende März in den Handel kommen.

Link zur Produktseite
Referenzbilder des Herstellers

Tags: , , , , , , , , ,

10 Antworten zu “Fujifilm X-Pro1 mit Wechselobjektiven”

  1. Jörg S sagt:

    Na, kommen da LEICA M Fotografen ins Grübeln? Nein, ich denke nicht. Wer einmal in dieser Liga angekommen ist, wer richtig Geld für Spitzen-Objektive ausgegeben hat, der wird in der neuen Fuji x-pro1 lediglich einen Ansporn für die LEICA Ingenieure sehen, ein konkurrenzfähiges Konzept auf der kommenden Photokina zu zeigen, oder? Allerdings darf man sich wohl keine Hoffnungen machen, dass es sich dabei um eine Vollformat-Kamera handeln wird. So wie sich die LEICA-Leute in diversen Interviews geäussert haben, wird man auch (als Ergänzung/Nachfolge der X1) eine APS-C-Sucherkamera präsentieren – hoffentlich mit M-Bajonett (?).
    Als Ergänzung zu meiner EOS 5D MkII habe ich mir vor einiger Zeit die hier auch gelobte E-PL 3 nebst Festbrennweiten gegönnt und bin sehr zufrieden. Zwar sehe ich auch in der Fuji ein verlockendes Konzept, aber im Grunde ist sie mit Objektiven dann doch wieder das gewisse Stück größer und schwerer, das sie nicht mehr Jackentaschen-tauglich macht (wie die E-PL 3 mit Lumix 1,7/20mm). Und wenn schon die Fototasche, dann bitte Vollformat (Nachfolger 5D MkII oder vielleicht doch LEICA M “X”…

  2. Peter sagt:

    Moin Jens. Das “Konzept” der im Raum stehenden Leica wird vermutlich längst schon fertig sein. Genauso, wie übrigens seinerzeit – deutlich vor dem FujiPendant X100 – die X1 bereits im Handel war. Es ist in der Tat ein Segen, dass ein Riesenkonzern wie Fuji (und auch Sony) auf den Markt drücken. Die Solmser haben schon immer ihre eigenen Maßstäbe angesetzt und Ideen verfolgt. Etwas “Rückenwind” kann da gar nicht schaden. Auch im Jahr zwei nach der M9 ist sie immer noch die kompakteste Kleinbildkamera auf dem Markt, die Qualität und Baugröße der Objektive sind ebenfalls unerreicht. Man wird diesen Vorsprung nicht einfach so aufgeben und eine NEX nachbauen, da bin ich sicher. Die X-Pro1 ist etwas anderes, weil hierzu eben auch lichtstarke Festbrennweiten erscheinen. Gut, für den Puristen ist die Neue vielleicht ein wenig mit Menüs und Knöpchen überfrachtet, aber das kann man ja besser machen. In dem bisher von Fuji feilgebotenen Brennweitenumfang zur X-Pro1 von 27-90mm (equiv. KB) liegt die Kernkompetenz des Messsuchers von Leica, mit dem man sehr präzise fotografieren kann. Hierfür braucht es keinen el. Sucher. Bleibt der Liveview, den Fuji den M’s voraus hat. Dass dieser auch bei Leica kommen wird, steht wohl aus rein praktischen Aspekten ausser Frage. Der Rest sind doch eher Kleinigkeiten, wie das Display zum Beispiel. Lassen wir uns überraschen, wie sich die Fuji (und die Objektive dazu) verkauften und in der Praxis bewähren werden.

  3. Bin schon sehr gespannt auf die Ergebnisse des neuen Sensors, auch wenn von den “organischen” Gerüchten kein Wort mehr zu finden ist. Sieht auch gut aus, wäre mir für eine spiegellose APS-C Kamera ohne Blitz aber etwas zu groß und zu schwer. Würde mich auch nicht wundern, wenn der Sensor der nächsten Leica Systemkamera von Fuji käme.

  4. Jörg S sagt:

    In Sachen Sucher-Technologie habe ich nach ein wenig Spielerei mit einer M beim LEICA-Händler nicht mehr den Eindruck, dass das Messsucher-Prinzip wirklich zukunftsfähig ist – aber ich kann verstehen, dass eingefleischte und -geübte M-User ihren Messsucher bewahren wollen wie seinerzeit die 911-Fans ihren luftgekühlten Boxer. Die Ikone 911 lebt weiterhin, nur der Luftgekühlte ist schon länger Geschichte. Bin gespannt, inwieweit und wie lange LEICA hier “gusseisern” bleibt. Fuji ist hier in der Tat ein starker Treiber.
    Zudem machen die Japaner ersichtlich große Fortschritte bei der Sensortechnologie – jetzt also auch C-MOS ohne Tiefpassfilter, letztlich ja auch eine Stärke des M9 CCDs. Vermutlich wird LEICA aber im APS-C-Bereich weiter bei Sony einkaufen (müssen?), und die gehen mir derzeit zu sehr in den Mega-Pixel-Wahn (24 Mio.), wohingegen Canon sogar im KB-Format sich neuerdings auf sinnvolle 18 Mio. beschränkt.
    Die von Fuji auf ihrer Website eingestellten Beispielfotos finde ich übrigens wenig anmachend. Vielleicht solltest Du denen mal behilflich sein…. Schöne Grüße von Jörg (meinethalben auch Jens… ;-)

  5. Rolf J. sagt:

    Die Idee mit den Beispielbildern von Peter finde ich gut, das würde mir mehr als die bisherigen Samples helfen, die Kamera korrekt einzuordnen :) Da mir eine Leica M mit den entsprechenden Optiken doch immer zu teuer war, hoffe ich hier nun auf eine für mich bezahlbare Alternative. Wenn es mit der Bildqualität auf Basis der der X100 vorangeht, wäre ich zufrieden, bei der kann ich keinen Qualitätsunterschied zu meiner D700 erkennen.

    Grüße von Rolf

  6. Dierk sagt:

    seit gut 2 Jahren liebe ich meine M9 und fast noch mehr die traumhaften Objektive! Die D3 setzt langsam Staub an. Seit 2 Wochen jedoch fängt die M9 auch mehr Staub, da ich mich sofort für die NEX-7 entschieden hatte. Das Konzept kannte ich schon von der NEX-5.

    Da ich auch nach bisher 2 Augen OPs große Schwierigkeiten beim Fokussieren mit der M9 habe (geht nur noch mit links) und ich mit der Sucherlupe 1.25 meistens nicht die Begrenzungen sehe, bleiben von den 18 MPix oft nach dem erforderlichen Beschnitt nur erheblich weniger Pixel nach.

    Was deshalb unter diesen Voraussetzungen bei mir für die NEX-7 spricht:
    * der hervorragende Sucher, nach Zahlen sicher erheblich besser als der in der X-Pro1
    * die LiveView Darstellung im Sucher oder Display mit der Möglichkeit der Kennzeichnung der scharfen Bereiche
    * und ganz besonders die Lupenfunktion im Sucher oder auf dem Display (da besonders für mich)
    * das bewegliche Display, nicht in der X-Pro1 vorhanden :(
    * durch LiveView exakte Wiedergabe des Bildes vor der Aufnahme
    * durch das niedrige Auflagemaß passen meine Leica Objektive, was sicher auch für die X-Pro1 gelten wird
    * die 24 MPix sind dabei am wenigsten wichtig, halten aber offensichtlich ganz gut mit dem Sensor der Leica mit

    Bleibt abzuwarten, wie der neue Sensor mit den kurzen Brennweiten klar kommt?
    Warum sind die Anderen nicht auf diese andere Matrix gekommen?

    Ich hoffe sehr, dass Leica mit diesen Kameras mithalten kann. Wer baut uns sonst dann noch solche Objektive:(

    dierk

  7. Peter sagt:

    Hallo Dirk, vielen Dank für das Feedback und herzlich Willkommen. Die NEX-7 gehört zweifellos zu den interessantesten der neuen, kompakten Kameras am Markt. Leider kam ich nicht rechtzeitig an ein Testexemplar heran, deshalb fehlt sie hier. Inzwischen ist die kleine Sony ja auf allen relevanten Seiten rauf und runter behandelt worden und man möchte natürlich auch nicht der letzte sein. Vielleicht klappt’s ja bei den “nexten”. Dir wünsche ich viel Spaß damit und natürlich vor allem gute Besserung für die Augen.

  8. Kai sagt:

    Hut ab, Fuji hat nun ein wirklich anmachendes Sortiment. Würde mich freuen auf Deiner Seite auch etwas über die kleinere X10 zu lesen, gerne auch ohne Blooming blabla ;-)

    Viele Grüße, Kai

  9. Jörg: “Vermutlich wird LEICA aber im APS-C-Bereich weiter bei Sony einkaufen (müssen?)…”

    Hmmm – ist nicht der Sensor in der Leica von Kodak? Dann haben sie in Solms nämlich vielleicht ganz andere Probleme…

  10. Ups – sorry. Ich hatte das “im APS-C-Bereich” gedanklich ganz ausgeblendet. Eine Leica ist halt eine M9 ;-)